Freitag, 2. Oktober 2009
Bagatelle XX - Ediths Wiederauferstehung
Das Ende der vorigen, 19. Bagatelle warf einen düsteren Schatten über uns alle, die zusehen mussten wie es der Edith zumute gewesen sein muss in ihrer schwersten Stunde. Aber wir irren uns. Wir unterschätzen ihre Spannkraft und ihr Durchhaltevermögen. Die letzen Berichte über sie, die wir von der bildfreien Papparazzopresse aus Köln und München erhalten, verleihen Mut und Zuversicht. Edith ist wieder im Kommen.

Wenn der Fußballverein FC Königsklöpse 1923 ein Freundschaftsspiel antritt gegen den 1. FC Gräulichbünden (CH) sehen wir wie am Anfang die beiden Spielführer oder Kapitäne auf einander zugehen und sich gegenseitig schöne Fähnchen überreichen. Als Andenken an diesem gedenkwürdigen Tag. Jeder sich respektierende Verein (Sport- oder sonstiger) hat so eine Sammlung geschenkt bekommenen Fähnchen, die oft in einer imposanten Vitrine oder immensen Schaukasten aufbewahrt werden. Nicht nur Sportvereine, sondern auch Kreise, Gemeinden, Städte und Dörfer im In- und Ausland beschenken sich gegenseitig mit Fähnchen. Zum Beispiel die Kreisstadt Gauall im Allgäu oder die läppische Stadt Lepsovaarraström im finnischen Baltikum. Und jetzt kommt die Edith wieder auf die Bühne. Wie ein menschlicher Phoenix entsteigt sie ihrer Asche und verlässt ihren Zustand völliger Mittellosigkeit. Ihr Selbstvertrauen wächst und ihr Temperament erinnert wieder an früheren, wonnevollen Tagen. Was ist geschehen?



Es begann mit der holsteinischen Stadt Groß-Kleinmund. In der Person von Bürgermeister Karl Kleinmaul bat die Stadt Edith nach der Möglichkeit ihre städtische Fähnchensammlung an Ediths Robe zu befestigen und auf diese Weise zur Schau zu stellen. Nicht für umsonst, sondern gegen ein angemessenes Honorar. Die Stadt als Ediths Hauptsponsor sozusagen. Und Edith als lebendiger Schaukasten.



Nach Groß-Kleinmund folgten Navranto (in Toscane), Huddersplay (UK), Biciclette (F) und Klein-Großmund (Sachsen-Anhalt). An öffentlichen Feiertagen kann man dort Edith samt Fähnchen bewundern. Ein Hauch von früherer Schönheit und Übermut schwebt dann durch die Gassen. Die Leute bestaunen Edith. Wegen der farbigen Fähnchen, das ist klar, aber vielmehr wegen ihrer ungebrochenen Schönheit und der befremdenden Haarlosigkeit. Ediths Konto bei der hiesigen Sparkasse steigt täglich. Von ihrem zuerst verdienten Geld hat sie sich jetzt eine Perücke besorgen lassen.



Nein, glauben Sie mir. Die Edith wird noch vieles von sich hören lassen.

Zugabe: Sind Sie ganz und gar in Verwirrung weil Sie vom Anfang dieser Geschichte nichts verstehen? Dann könnten Sie besser zuvor die Bagatelle XIX lesen. Eine ganz neue Welt wird sich für Sie öffnen!

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